The Division – Untergrund DLC Review

The Division lieferte Anfang des Jahres einen der größten Hypes überhaupt. Ubisofts neue Marke wurde von vielen Spielern heiß erwartet und brach bereits vor dem Release einige Rekorde. Doch...

The Division lieferte Anfang des Jahres einen der größten Hypes überhaupt. Ubisofts neue Marke wurde von vielen Spielern heiß erwartet und brach bereits vor dem Release einige Rekorde. Doch nach dem Erscheinen waren viele Spieler enttäuscht. Langweilige Missionen, eine leere Stadt, Bugs, Hacker und vor allem das repetitive, aus Grinding bestehende End-Game trübten das Vergnügen. Der jetzt erschienene DLC „Untergrund“ möchte sich vor allem dem letzten Problem annehmen. Ob das klappt, klären wir im Test.

Der Weg in den Untergrund:

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Der DLC schaltet, wie der Name schon sagt, die unterirdischen Tunnel von New York frei. Vorher müssen wir allerdings Level 30 erreichen und alle normalen Story Missionen erledigt haben. Außerdem muss vorher eine neue Mission gespielt werden, die den neuen Teil der Basis und damit die eigentlichen Untergrund-Missionen betretbar macht. Diese erste Mission ist bombastisch inszeniert. Schon zu Beginn fliegt ein großer Gebäudekomplex in einer riesigen Explosion in die Luft. Zivilisten stürmen schreiend aus den Häusern, während im gleichen Moment die Rikers uns in einen Hinterhalt locken. Die Mission ist leider sehr schnell beendet und auch sonst können die weiteren Missionen nicht mit dieser Inszenierung mithalten. Im Gedächtnis blieb mir nur noch die zweite Mission. Hier stürmen wir eine riesige Party im Untergrund. Überall flackern bunte Lichter, laute elektronische Musik kitzelt die Bässe meiner Kopfhörer und mittendrin stehen wir und ballern uns den Weg nach vorn. Generell ist die ganze Story jedoch sehr flach und passt auf einen Bierdeckel. Schade für alle Einzelspieler, denen eine gute Story am Herzen liegt, irrelevant für alle, die sowieso nur auf Loot aus sind.

Der Zufall macht’s:

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Und Loot ist im Untergrund jede Menge zu finden. Die größte Besonderheit der unterirdischen Tunnel sind die zufällig generierten Missionen und Areale. Kein Gebiet gleicht im Aufbau dem anderen. Dies sorgt für viel Abwechslung. Die Ziele der Missionen wiederholen sich jedoch recht schnell. Generatoren anschalten, gesuchte Gesetzesbrecher eliminieren, Geiseln retten. Alles Sachen die es genauso schon im eigentlichen Spiel gab. Nach vier bis fünf Stunden war für mich bereits die Luft raus.

Bockschwere Abwechslung:

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Ein wenig Abwechslung bringen die verschiedenen Mutatoren, die den Schwierigkeitsgrad der Missionen erhöhen und besseren Loot bringen. Am Anfang jeder Mission kann man eine der 3 Phasen auswählen, die nach und nach freigeschaltet werden. Diese ändern oft nur die Länge der Mission und des generierten Gebietes. Richtig spannend wird es allerdings erst mit den sogenannten „Directives“. Diese erschweren die Aufgaben enorm. Von einer deaktivierten Minikarte, über Spezialmunition der Gegner bis hin zu dauerhaftem Schaden gibt es viele Möglichkeiten diese zu kombinieren. Insgesamt 5 Stück sind von diesen Mutatoren vorhanden. Je mehr aktiviert sind, desto besseren Loot gibt es am Ende. Zudem kann noch ganz klassisch der Schwierigkeitsgrad angepasst werden. Neu dabei ist „Heroic“. Alle Gegner sind hier Level 35. Empfohlen wird ein Gear-Score von mindestens 230. Allein sind jedoch die normalen Missionen schon kaum zu schaffen. Stirbt man, ist die Aufgabe gescheitert und muss in einem neuen zufallsgenerierten Gebiet neu gestartet werden.

Grinding, Grinding, Grinding:

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Im Untergrund ist jedoch, genauso wie im Hauptspiel, immer noch Grinding angesagt, also immer wieder die Missionen spielen um neue, bessere Waffen, Ausrüstungsteile und Mods zu sammeln. Da hilft auch ein neu eingeführter Untergrund-Rang nicht viel. Für mich bietet die ständige Jagd nach neuem und besserem Equipment einfach keinen Reiz. Immer und immer wieder ähnliche Missionen zu spielen ist einfach langweilig. Nach 10 Stunden hatte ich keine Lust mehr und habe mich anderen Spielen gewidmet.

Apokalypse im Drachennest:

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Richtig gut ist allerdings die neue Incursion, eine Mission, die Vergleichbar mit Raids in anderen MMOs wie Destiny oder World of Warcraft ist, gelungen. Diese trägt den Namen „Dragon’s Nest“ und spielt in der Nähe des berühmten Times Square. Diese ist super inszeniert und fordert selbst gut eingespielte Teams. Schon zu Beginn bin ich oft gescheitert, jedoch kam nie Frust auf. Besonders die Zwischenbosse auf einem Hausdach sind sehr gut umgesetzt. Diese sind nach den vier Reitern der Apokalypse (Gerechtigkeit, Krieg, Hunger und Krankheit) benannt und können nur durch viel Taktik und Teamplay besiegt werden. Wer hier nicht zusammen spielt muss schnell gegen alle vier gleichzeitig kämpfen – eine schier unlösbare Aufgabe.

Die richtige Richtung:

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Auch der Endkampf gegen einen umgebauten Feuerwehr-Truck, der Feuer statt Wasser wirft, erfordert viel taktisches Verständnis und Teamwork, da immer zwei Leute zu Hebeln gelangen müssen, um diese gleichzeitig betätigen zu können. Außerdem werden immer wieder große Teile der Arena in Flammen gesetzt und sind nicht betretbar, außer man hat einen ausgeprägten Todeswunsch. Die Incursion ist bockschwer und macht viel Spaß. Hoffen wir, dass sich The Division weiter in diese Richtung entwickelt.

Kommen wir also zur Zusammenfassung:

+2 Punkte – Neue zufallsgenerierte Missionen und Gebiete Im Untergrund

+1 Punkt – Viele Mutatoren, die Abwechslung bringen sollen

+1 Punkt – Ersten Missionen sind toll inszeniert

+3 Punkte – Neue Incursion „Dragon’s Nest“

____________

+7 Punkte

Negativ zu Buche schlägt allerdings:

-1 Punkt – Story passt auf einen Bierdeckel

-2 Punkte – Untergrund-Missionen werden sehr schnell langweilig und repetitiv

-1 Punkt – Grinding

____________

-4 Punkte

Gesamtwertung:

3 Punkte

 

Fazit:

Trotz nur 3 Punkten ist „Untergrund“ kein schlechter DLC, er bringt einige neue Inhalt ins Spiel und diese machen zu Beginn auch Spaß, doch das größte Problem von „The Division“ kann er nicht lösen: Die Langzeit-Motivation. Dem langweiligen und repetitiven End-Game, welches so gut wie nur aus Grinding und dem immer gleichem Gameplay besteht, kann er nur sehr wenig Abwechslung verleihen. Das Hauptproblem von The Division bleibt also noch immer bestehen und die Abwanderung der Spieler wird er nicht aufhalten können. Der Preis von 14,99 € ist zudem etwas hoch. Für Leute, die immer noch gerne The Division spielen und Grinding mögen (die soll es ja bekanntlich auch geben) kann ich den DLC empfehlen. Alle anderen sollten die Finger davonlassen, denn wiederbeleben kann „Untergrund“ dieses Spiel nicht.

 

 

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